Kirche sein in einer säkularen Welt
Mit dem Prio-Prozess neue Kirchenstrukturen finden
Warum wir uns mit Veränderungen beschäftigen
Da du auf unserer Homepage unterwegs bist, scheint dir dein Glaube wichtig zu sein. Vielleicht ist es dir auch wichtig, zur Kirche zu gehören. Möglicherweise besuchst du hin und wieder einen unserer Gottesdienste oder engagierst dich in deiner Kirchengemeinde. Das ist keine Selbstverständlichkeit mehr – umso mehr danken wir dir für deine Verbundenheit!
Gleichzeitig verändert sich unsere Gesellschaft stark: Immer mehr Menschen wenden sich von Kirche und Glauben ab. Auch entscheiden sich weniger Menschen dafür, Pfarrer:in zu werden. Und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, geht zurück.
Die aktuelle Situation
Wie du merkst: Die Aussichten sind herausfordernd. Wir brauchen als Kirche also einen Plan. Einen, der die wenigen, die bleiben und kommen, bestmöglich unterstützt.
Der Prio-Prozess
Genau deshalb hat unsere Landessynode sich 2022/23 aufgemacht, einen Zukunftsprozess zu designen. Die Landessynode ist das Parlament der Evangelischen Kirche der Pfalz, das neben Mitgliedern des Landeskirchenrats in Speyer aus Pfarrer:innen, Dekan:innen aber auch Ehrenamtlichen der Gemeinden besteht.
In diesem sogenannten „Prio-Prozess“ geht es darum, neue Strukturen zu schaffen und notwendige Einsparungen zu ermöglichen.
Die Pläne, die das Gemeindeleben betreffen, sehen aktuell so aus:
1) Die Zahl der Kirchenbezirke soll von derzeit 15 auf vier reduziert werden. Realisiert werden soll dies bereits ab 2029. Die neuen Bezirke wären – statt wie bisher die Ortskirchengemeinde – Körperschaften des Öffentlichen Rechts, die die kirchlichen Gebäude und Gelder verwalten. Die Ortskirchengemeinde würde statt mit Haushalten künftig mit einem Budget arbeiten, das sie über Spenden erweitern könnte.
2) Pfarrer:innen sollen bei Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Jeder der neuen Kirchenbezirke soll ab 2030 eine zentrale Verwaltung bekommen. Dafür braucht es nicht nur neue, sondern vor allem digitale Verwaltungsstrukturen – verbunden mit der Frage: Wie viel Personal braucht es dazu künftig?
3) Die derzeit 240 Prot. Kitas der Pfälzischen Landeskirche sollen ab 2030 in einen zentralen Trägerverband überführt werden. Dieser wird in den vier neuen Kirchenbezirken jeweils eine eigene Verwaltung haben, angebunden an die zentrale Kirchenverwaltung.
Wie es weitergeht
Für die Umsetzung dieser Pläne braucht es kirchliche Verfassungsänderungen und Übergangsgesetze. Diese liegen gerade in allen Presbyterien der Landeskirche sowie in allen derzeitigen Bezirkssynoden (also den Parlamenten der Kirchenbezirke) vor, damit diese eine gutachterliche Stellungnahme abgeben können. Die Gremien sind eingeladen, ihre Einschätzungen offen einzubringen: Was wird positiv gesehen? Wo gibt es Bedenken? Was sollte verbessert werden?
Die Landessynode kann 2026/27 all diese Stellungnahmen in ihre wegweisenden Entscheidungen mit einbeziehen.
Blick in die Zukunft
Neben den anstehenden Presbyteriumswahlen im Herbst bleibt es also spannend: Wie wird das zukünftige Gesicht unserer Kirche aussehen?
Pfarrer Robin Braun und Maria Büchler
