
Ein außergewöhnlicher Sportplatzgottesdienst
Einladung von Tanja Schmitt
Stell dir vor: Fußballrasen, Kinderlachen, Pfälzer Sonne – und mittendrin ein Gottesdienst.
Ungewöhnlich? Vielleicht im ersten Moment.
Aber in Vorderweidenthal längst keine Ausnahme mehr, sondern eine richtig schöne Tradition. Denn genau hier wird der Sportplatz wieder zur Freiluftkirche – und wenn Fußball, Kinder, Kirche und pfälzische Herzlichkeit aufeinandertreffen, dann kann das eigentlich nur gut werden.
Eine Woche bevor am 11. Juni die Fußball-WM startet, wird in Vorderweidenthal schon einmal ganz praktisch „warmgelaufen“. Allerdings nicht mit Videobeweis, Nachspielzeit oder Schiri-Diskussionen – sondern mit Musik, Gemeinschaft, Kinderlachen und jeder Menge Teamgeist.
Und wenn ich an den Sportplatzgottesdienst vom letzten Jahr denke, muss ich heute noch schmunzeln. Da stand nämlich die Frage im Raum: „In welcher Liga spielen wir hier eigentlich?“
Die Antwort kam schnell und eindeutig: „In der Jesus-Champions-League!“ Und genau dieses Gefühl soll auch in diesem Jahr wieder spürbar werden. Eingeladen hat erneut der SV Vorderweidenthal, dessen Vorstandschaft sich mit unglaublich viel Herzblut einbringt.
Passend zur anstehenden WM lautet das Thema in diesem Jahr: „Warm-up zur WM – Du bist Weltklasse!“
Und ich sag’s ehrlich: Ich liebe dieses Thema .
Vielleicht auch, weil Fußball einfach etwas kann, was wir alle kennen:
Man jubelt zusammen, man leidet zusammen, man steht wieder auf – und man feuert sich gegenseitig an.
Oder wie Fritz Walter einmal gesagt hat: „Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den andern zu geben.“
Genau das ist der Kern dieses Tages: Gemeinschaft, die trägt. Ein Miteinander, das nicht nur funktioniert, sondern Freude macht.
Ein echtes Highlight ist auch in diesem Jahr wieder die kommunale Kita Pumuckl.
Und wer letztes Jahr dabei war, weiß: Wenn die Kinder loslegen, hat der Sportplatz plötzlich ein ganz anderes Energielevel. Da bleibt kein Fuß still und kein Gesicht ernst. Auch dieses Jahr werden die Kinder den Gottesdienst wieder mit ihrer fröhlichen Art bereichern.
Dazu gibt es eine kleine Bastelaktion passend zum Motto „Du bist Weltklasse“ – und natürlich wartet am Ende auch wieder eine kleine Überraschung auf die Kinder.
Was mir dabei besonders wichtig ist: Hinter diesem Gottesdienst steckt richtig viel Herzblut.
Die Erzieher*innen der Kita investieren Zeit, Ideen und ganz viel Engagement – oft weit über das hinaus, was man „normal“ nennen würde.
Und genauso die evangelische Jugend, die mit Kreativität, Humor und echtem Feuer dabei ist. Beide zusammen zeigen: Kirche kann lebendig sein. Laut. Fröhlich. Und mitten im Leben.
Gestaltet wird der Gottesdienst von Stefan Ackermann, unserem Jugendreferent und Diakon, gemeinsam mit der evangelischen Jugend. Stefan hat diese besondere Gabe, Glauben so zu erzählen, dass er nicht schwer wird, sondern leicht. Nicht fern, sondern nah. Und vor allem: verständlich.
Und genau deshalb passt dieser Gottesdienst so gut auf einen Sportplatz.
Glaube darf leicht sein.
Glaube macht Spaß.
Und Kirche findet da statt wo das Leben passiert.
Ich habe in diesem Jahr tatsächlich ein lachendes und ein weinendes Auge. Das lachende, weil ich dieses Projekt, diesen Ort und diese Menschen ins Herz geschlossen habe.
Und das weinende, weil ich dieses Jahr leider nicht persönlich dabei sein kann.
Ehrlich gesagt fühlt sich das ein bisschen an wie Michael Ballack bei der WM 2002 - gesperrt auf der Tribüne. Nur mit dem Wissen, dass ich weiß dass der Gottesdienst ein echter Hammer sein wird und es nur Gewinner geben wird. Auch wenn ich nicht vor Ort bin, bin ich im Herzen voll dabei – bei der Vorbereitung, bei der Idee und bei dieser besonderen Stimmung, die diesen Gottesdienst ausmacht.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieses Tages: Wir gehören zusammen.
Nicht nur, wenn wir nebeneinander auf dem Platz stehen – sondern auch dann, wenn wir einfach Teil davon sind.
Und noch etwas ist mir wichtig: Die Kollekte dieses Gottesdienstes geht in diesem Jahr wieder an die Kita Pumuckl.
Damit unterstützen wir direkt die Arbeit mit den Kindern, ihre Projekte, ihre Ideen und all das, was diesen Ort so lebendig macht. Und vielleicht merken wir genau dabei wieder: Weltklasse ist nicht perfekt. Weltklasse ist gemeinsam. Und Weltklasse ist oft viel näher, als wir denken.
Prädikantin Tanja Schmitt
